Gastspiel im Gastspiel

Vom 12. Juli bis am 9. November 2014 fand «Gastspiel. Schweizer Gegenwartskunst im Museum Rietberg» statt. Zollfreilager erhält die Gelegenheit, mit eigenen Zugängen, Positionsnahmen und Beobachtungen auf die Ausstellung, das Museum und seine Sammlung zu reagieren. Mitwirkende der bis November abgeschlossenen Spezialausgabe sind neben der Zollfreilager-Redaktion auch Damian Christinger (Kurator der Ausstellung), Peter Weber und Lukas Bärfuss (beide vertreten in der Ausstellung).

Vom 12. Juli bis am 9. November 2014 fand «Gastspiel. Schweizer Gegenwartskunst im Museum Rietberg» statt. Zollfreilager erhält die Gelegenheit, mit eigenen Zugängen, Positionsnahmen und Beobachtungen auf die Ausstellung, das Museum und seine Sammlung zu reagieren. Mitwirkende der bis November abgeschlossenen Spezialausgabe sind neben der Zollfreilager-Redaktion auch Damian Christinger (Kurator der Ausstellung), Peter Weber und Lukas Bärfuss (beide vertreten in der Ausstellung).

88 Antworten auf 5 Fragen

von Zollfreilager Publikumsforschung Die Zollfreilager-Publikumsforschungsabteilung besteht aus dem Redaktionsteam von Zollfreilager sowie aus ZHdK-Studierenden, die im Modul „Rezeption Interaktion Partizipation“ des Master Art Education studieren. gepostet am 18. Februar 2015

Gehören Sie zu einem Volk?

 

  • Weiss und britisch. (Carolyn, Künstlerin und Grafik-Designerin, Jahrgang 1959)
  • Ich bin aus Deutschland.
 (Wilfried, Kinder- und Jugendpsychiater, Jahrgang 1948)
  • Ich würde sagen, dass ich zum Schweizer Volk gehöre. Ich könnte aber nicht sagen, zu wieviel Prozent ich darüber stolz bin und zu wieviel ich mich dafür schäme und mich in dieser Zugehörigkeit eingefangen fühle. (Viola, Projektleiterin bei einer LM-Industrie, Jahrgang 1986)
  • Das ist schwer zu beantworten. Volk hat für mich auch viel mit Familie zu tun. (Anna, Angestellte, Jahrgang 1975)
  • Ja und nein, das kann man nicht eindeutig beantworten. (Mathias, Kinder- und Jugendpsychologe, Jahrgang 1956)
  • Man wird in ein Volk hineingeboren und nimmt dessen Identität an. (Bianca, Mitarbeiterin einer karitativen Vereinigung, Jahrgang 1978)
  • Das kann ich nicht so genau beantworten. London ist multikulturell und ständig in Bewegung, deswegen ist es auch schwer, von einem Volk zu sprechen. (Bryan, Einzelhandelskaufmann, Jahrgang 1989)
  • Ja, ich habe einen starken Bezug zu meiner Familie, die mein Verständnis für Gemeinschaft stark geprägt hat. (Frau Bangdu, Pensionärin aus Indien, Jahrgang 1942)
  • Ja, also ich zähle mich zu den Europäern. (Walter, Musiker, Jahrgang 1950)
  • Ja, ich gehöre zum Schweizer Volk. (Marlen, Verkäuferin, Jahrgang 1951)
  • Auf emotionaler und subjektiver Ebene zähle ich mich nicht zu „einer bestimmten Menschengruppe“. (Fabienne, Studentin, Jahrgang 1985)
  • Ja. (Andi, Zimmermann, Jahrgang 1985)
  • Nein. (Eva, Studentin Politikwissenschaften, Jahrgang 1990)
  • Ich denke schon, wohl zu den Europäern. (Marianne, Kunsttherapeutin, Jahrgang 1961)
  • Volk ist für mich kein brauchbarer Begriff. Ich habe eine Nationalität. (Andreas, Dozent, Jahrgang 1958)
  • Ich gehöre zu einer Nation, zur Schweiz. (Matthias, reformierter Theologe, 1961)
  • Ja, zum europäischen. (Paul, Trekker, Jahrgang 1951)
  • Nein, weil ich bei Volk an eine Gemeinschaft denke, die Sachen, Überlegungen oder Assoziationen verbindet. Und ich glaube nicht, dass ich zu so etwas gehöre. (Noura, studiert Theorie an der ZHdK, Jahrgang 1992)
  • Ich würde verweigern, mich zu einem Volk zu zählen. (Georg, Student Philosophie, Geschichte und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin, Jahrgang 1988)
  • Also offiziell, laut Pass, gehöre ich zum Schweizer Volk. Geistig weiss ich es nicht. (Jessica, Primarlehrerin, 1980)
  • Selbstverständlich. Zum Schweizer Volk! Aber ich schäme mich manchmal. (Hermann, Werbeberater, 1958)
  • Ja, manchmal gerne. Nein, ich weiss nicht, eigentlich nein. (Mimi, Kostümbildnerin, 1987)
  • Ja, nach langem Überlegen wahrscheinlich schon. Es ist nicht mein erster Gedanke, aber ich denke, ich gehöre schon zu einem Volk. Zu welchem Volk? Zu den Europäern, irgendwelchen indogermanischen Europäern, Abteilung Schweizer. (Max, Lehrer für Geographie und Volkswirtschaft , Jahrgang 1949)
  • Der Ausdruck „Volk“ ist ein geschichtlich geprägter und daher nicht unbelasteter Begriff. In unserem Sprachgebrauch impliziert er etwas Überlegenes. Daher fühle ich mich keinem Volk zugehörig. (Carla, Soziologin, Jahrgang 1980)

 

Gehören Sie zu einer Kultur?

 

  • Ich gehöre zur Kultur Großbritanniens.
 (Carolyn, Künstlerin und Grafik-Designerin, Jahrgang 1959)
  • Ich gehöre zu Deutschland.
 (Wilfried, Kinder- und Jugendpsychiater, Jahrgang 1948)
  • Ja, ganz klar zur Schweiz. (Viola, Projektleiterin bei einer LM-Industrie, Jahrgang 1986)
  • Ich mache Musik von meiner Herkunft und dem Land aus, das mich geprägt hat. (Mathias, Kinder- und Jugendpsychologe, Jahrgang 1956)
  • Ja, zur Schweiz. (Walter, Musiker, Jahrgang 1950)
  • Ja. (Marlen, Verkäuferin, Jahrgang 1951)
  • Ja, dies sowieso. (Andi, Zimmermann, Jahrgang 1985)
  • Ja, ich habe den Schweizer Pass. (Eva, Studentin Politikwissenschaften, Jahrgang 1990)
  • Ja, ich gehöre zu einer städtischen, linksgerichteten Kultur. (Marianne, Kunsttherapeutin, Jahrgang 1961)
  • Ja, zu einer westeuropäischen Kultur mit zunehmend multikulturellen Einflüssen. Und zudem habe ich eine christliche Identität. (Andreas, Dozent, Jahrgang 1958)
  • Ja, ich gehöre zur postsäkularen, mehr urban geprägten Schweizer Kultur mit reformierten Wurzeln. (Matthias, reformierter Theologe, 1961)
  • Ja, sehr stark zur Wiener Kultur. (Paul, Trekker, Jahrgang 1951)
  • Ich bin ein Gemisch aus Kulturen. Ich habe meine eigene Kultur. Ich müsste einen dritten Ort finden, an dem ich mich dann zugehörig fühle. Nicht so einfach. (Noura, studiert Theorie an der ZHdK, Jahrgang 1992)
  • Ich kann mich vielleicht einer Primärkultur zuordnen, die wäre aber sehr lokal. (Georg, Student Philosophie, Geschichte und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin, Jahrgang 1988)
  • Bestimmt trage ich gewisse Teile aus der Schweizer Kultur in mir. Dann aber sicher auch Teile der deutschen und österreichischen Kultur, weil ich durch meine Grosseltern Zugang dazu habe. Sicher auch Teile aus der christlichen Kultur. Ich habe sicher auch ein Stück Design-Kultur in mir. Schulkultur, Jugendkultur, ... Es sind viele Kulturen, zu denen ich gehöre. (Jessica, Primarlehrerin, 1980)
  • Ja, und da lege ich Wert darauf. Und zwar gehöre ich zur christlichen Kultur. Ich finde, wir sollten diese viel mehr pflegen. Wenn wir sie nicht pflegen, wird es unsere Kultur irgendwann nicht mehr geben, sondern nur noch die andern. Die sind auch wertvoll, aber auch die christliche Kultur – oder man sagt, glaube ich, auch abendländische Kultur – ist sehr gross und hat viel hervorgebracht. (Hermann, Werbeberater, 1958)
  • Ich würde sagen, ich gehöre zu einer westlichen Kultur, was auch wiederum sehr offen ist. (Jasmine, Studentin, 1986)
  • Ich gehöre natürlich eher zu einer westlichen als zu einer afrikanischen oder asiatischen Kultur. Aber so wirklich nun auch wieder nicht. (Carlo, Musiker, Jahrgang 1979)
  • Ja sicher. Wir sind die europäische Kultur, 20., 21. Jahrhundert, Westeuropa, germanisch dazu. Zu unserer Kultur gehören auch unsere Autos, Kaugummi und auch die Kunst. (Max, Lehrer für Geographie und Volkswirtschaft , Jahrgang 1949)
  • Auf einer sehr hohen Abstraktionsebene könnte man sagen, dass ich der europäischen, oder mitteleuropäischen Kultur angehöre. Manchmal wechsle ich aber sogar innerhalb eines Tages zwischen verschiedenen Kulturen hin und her. Beispielsweise herrschen in der italienischen Schweiz, in meinem Fall dem Puschlav, andere Gepflogenheiten als in der Deutschschweiz. Wenn ich mich in linksautonomen Kreisen bewege, gelten dort andere Regeln als in einem Sportverein. (Carla, Soziologin, Jahrgang 1980)

 

Gehören Sie zu einem Land?

 

  • Ich bin Britin, zur Hälfte Schottin. Wenn ich also einen Dudelsack höre, werde ich ein bisschen sentimental.
 (Carolyn, Künstlerin und Grafik-Designerin, Jahrgang 1959)
  • Ich fühle mich als Europäer. (Wilfried, Kinder- und Jugendpsychiater, Jahrgang 1948)
  • Ich habe einen Schweizer Pass, also bin ich schon Schweizerin. Die Schweiz ist mein Heimatland. (Marianne, Kunsttherapeutin, Jahrgang 1961)
  • Ich bin in der Schweiz geboren und habe die Schweizer Nationalität. Ab und zu frage ich mich, ob ich zu diesem Land gehöre. (Andreas, Dozent, Jahrgang 1958)
  • Ja, zur Schweiz, aber auch zu Deutschland. Ich habe deutsche Wurzeln und bin nicht einfach nur Schweizer. (Matthias, reformierter Theologe, 1961)
  • Ja, zu Österreich. (Paul, Trekker, Jahrgang 1951)
  • Ich gehöre zu keinem Land. Es gibt ein Land, aus dem ich komme, aber ich gehöre nicht zu einem spezifischen Land. (Noura, studiert Theorie an der ZHdK, Jahrgang 1992)
  • Ich gehöre zu einer Stadt. Ich habe mein ganzes Leben mit Unterbrechungen in Berlin gelebt. (Georg, Student Philosophie, Geschichte und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin, Jahrgang 1988)
  • Offiziell ja – durch den Pass oder den Ort, in dem ich registriert bin, das heisst: zur Schweiz. Gehöre ich wirklich dazu? Doch, wahrscheinlich schon. (Jessica, Primarlehrerin, 1980)
  • Zur Schweiz! Aber ich bin kein verbohrter Schweizer. Ich bin ja auch ein Anhänger der EU und generell vom „offen sein“. (Hermann, Werbeberater, 1958)
  • Ich würde sagen, ich lebe in einem Land, und das ist die Schweiz. Aber ob ich dazu gehöre, ist schwer zu beantworten. (Jasmine, Studentin, 1986)
  • Ein bisschen gehöre ich sicher zur Schweiz - genau so sehr aber auch zu Chile. Ich bin zwar eigentlich nie dort, fühle mich aber im Herzen doch beinahe verbundener. Allerdings geht es mir auch so mit Neuseeland. (Carlo, Musiker, Jahrgang 1979)
  • Ja, irgendwie schon. Wenn ich in ein anderes Land gehe, fühle ich mich dort nicht zu Hause. Ich gehöre nicht dazu. In einem anderen Land fühle ich mich fremd, da ich die Menschen weniger gut lesen kann als zu Hause, ihre Sprache nicht verstehe und keine Orientierung habe. Ich gehöre dahin, wo ich mich daheim und dazugehörig fühle. (Vera, kaufmännische Angestellte, Jahrgang 1990)

 

Woran denken Sie, wenn Sie den Begriff Migration hören?

 

  • Einfach Bewegung. (Carolyn, Künstlerin und Grafik-Designerin, Jahrgang 1959)
  • Einwanderung, Auswanderung. Den Wohnort aus einem bestimmten Grund wechseln. (Nosi Scherz, Szenenbildnerin, Jahrgang 1988)
  • Migration heisst für mich vor allem auch ein Austausch von Kulturen. Nicht nur das Integrieren in die neue Kultur, sondern auch das Lernen von den Migranten und damit das Lernen von einer fremden Kultur. (Anna, Angestellte, Jahrgang 1975)
  • Heutzutage ist es das Normalste, dass man durch die Welt reist und sich eine neue Heimat sucht. Aber natürlich muss man bedenken, dass es hier Unterschiede gibt zwischen freiwilliger Migration und gezwungener Migration. (Frau Bangdu, Pensionärin aus Indien, Jahrgang 1942)
  • Migration ist eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit und es ist eine wahnsinnige Tragödie, das heute so viele Menschen aufgrund von unserem System dazu gezwungen sind, zu flüchten. (Andreas, Dozent, Jahrgang 1958)
  • Das sind Gäste, die zu uns kommen. (Paul, Trekker, Jahrgang 1951)
  • Migration ist mittlerweile eine natürliche Bewegung, die sehr künstlich von rückständigen Vorstellungen unterdrückt wird. Damit meine ich Vorstellungen davon, was Staat, Nationalität und Anspruch auf Land bedeuten. (Georg, Student Philosophie, Geschichte und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin, Jahrgang 1988)
  • Mir fallen die wahnsinnigen Migrationsströme von Menschen ein, die ein Land und eine Kultur fluchtartig verlassen müssen oder solche die ein Land verlassen wollen, weil es dort keine Perspektiven gibt. Und es kommen mir all diese Familien und ihre Kinder in meiner Schule in den Sinn, die ja auch von woanders kommen und migriert haben. Aber es kommen mir auch Leute in meinem Freundeskreis in den Sinn, die woanders leben, als dort wo sie aufgewachsen sind – die haben irgendwie auch migriert und etwas hinter sich gelassen. (Jessica, Primarlehrerin, 1980)
  • Dann wird es mir schlecht. Weil ich finde, was hier in der Schweiz passiert, ist so grauenhaft. Wenn wir über 65'000 Menschen diskutieren, die rein oder eben nicht reinkommen, dann ist das einfach nur lächerlich. Ich finde es auch schlimm, dass man wohl die reichen Araber, Inder und Chinesen hier in die Schweiz nimmt und denen unser Land am Genfersee verkauft. Aber jene die wirklich in Not sind und kein Zuhause haben, die will man wieder nach Hause schicken. Das ist ein Armutszeugnis für ein reiches Land wie die Schweiz. (Hermann, Werbeberater, 1958)
  • Fremde Leute, die sich bewegen. Die zu uns kommen. (Hans, Mediziner, Jahrgang 1966)
  • Es scheint überraschend vielen Leuten wichtig zu sein, woher man kommt. Ich halte es hingegen für viel wichtiger, wie man mit Menschen umgeht. (Carlo, Musiker, Jahrgang 1979)

 

Woran denken Sie, wenn Sie den Begriff Globalisierung hören?

 

  • Verteuerung. (Hans, Mediziner, Jahrgang 1966)
  • Eine Entwicklung, die nicht aufzuhalten ist. Nicht gut, aber auch nicht schlecht. Es ist einfach so. (Hermann, Werbeberater, 1958)
  • Wenn ich an der Tankstelle tanke, spüre ich die Globalisierung tagtäglich. Dies löst für mich manchmal auch eine gewisse Angst aus. Man ist dem völlig ausgeliefert. (Wilfried, Kinder- und Jugendpsychiater, Jahrgang 1948)
  • Dass die Global Players zunehmend ihre wirtschaftliche Macht auf die ganzen Welt ausweiten, Ressourcen ausnützen und sich hemmungslos bereichern. (Andreas, Dozent, Jahrgang 1958)
  • Man kann einfach alles überall finden. (Bianca, Mitarbeiterin einer karitativen Vereinigung, Jahrgang 1978)
  • Ich denke an Shoppingcenters, dass es zwanzig verschiedene Joghurtsorten auf einmal gibt und dass wir jetzt auch alle deutschen Joghurtsorten und die französischen und die italienischen auch noch bei uns in der Migros kaufen können. (Barbara, Grafikerin, Jahrgang 1982)
  • Mir scheint es, dass die Welt immer kleiner wird. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Orten der Welt scheint immer kleiner zu werden.
 (Carolyn, Künstlerin und Grafik Designerin, Jahrgang 1959)
  • Es gibt keine Grenzen. Alles ist möglich. Alles ist zusammen. (Marlen, Verkäuferin, Jahrgang 1951)
  • Wirtschaft, Ausbeutung, Abhängigkeiten. (Fabienne, Studentin, Jahrgang 1985)
  • Sie ist im Gange, und wir werden sehen, was herauskommt. (Paul, Trekker, Jahrgang 1951)
  • Es ist ein schwieriges Wort. Was es genau ist, kann keiner festlegen. Unsere Generation ist überall und nirgendwo zuhause, du weißt von allem ein bisschen und du beschäftigst dich mit unterschiedlichen Dingen. (Noura, studiert Theorie an der ZHdK, Jahrgang 1992)
  • Globalisierung ist positiv, weil ich selber entscheiden kann, wo ich mich zugehörig fühle. Globalisierung ist negativ, wenn man von Vereinheitlichung, Gleichmachung oder Werteimperialismus spricht. Dieses Museum steht exemplarisch für diese Janusköpfigkeit. Vereinnahmung und Raub auf der einen Seite und Öffnung gegenüber anderen Kulturen auf der anderen Seite. (Georg, Student Philosophie, Geschichte und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin, Jahrgang 1988)
  • Die Globalisierung führt vor allem dazu, dass sich die Kulturen extrem angleichen. Die lokalen Brauchtümer verschwinden immer mehr. Auf der anderen Seite, in Ländern, denen es vielleicht nicht so gut geht, klammert man sich noch an die eigene Kultur bzw. teilweise wird die Bevölkerung auch unter Druck gezwungen, daran festzuhalten. (Jessica, Primarlehrerin, 1980)  
  • Wenn ich an Globalisierung denke, dann denke ich, dass der erste Akt bereits die Kolonialisierung war. Und wenn ich heute daran denke, kommt mir zum Beispiel die Situation in Italien in den Sinn. „La fuga dei cervelli“ oder „brain drain“ sind wichtige Stichwörter. (Jasmine, Studentin, 1986)
  • Es entsteht ein Konflikt mit Neuem, es wird von vielen abgelehnt. Dies führt dann zu Dingen wie der Ecopop-Initiative und konservativem Denken. (Adi, Student, Jahrgang 1990)
  • Sushi, Musik, meine bevorstehende Reise. Auch die Berge. (Anna, Kunststudentin, Jahrgang 1989)
  • Wir geben uns weltoffen und sind froh um die Globalisierung, solange Profit aus ihr geschlagen werden kann. (Vera, kaufmännische Angestellte, Jahrgang 1990)
  • „Die Welt ist ein Dorf“. Ich denke aber auch an die Gegenbewegung, die „Lokalisierung“. Diese will die Vermarktung lokaler Produkte vorantrieben.
    (Carla, Soziologin, Jahrgang 1980)
  • Pff. Alles. Deine Schuhe, deine Ohrenringe - von wo sind die? Aus Israel? Wo haben wir eben gefrühstückt? In der italienischen Kette „Spettacolo“. Wählen konnten wir zwischen Kaffee aus Kolumbien, Burkina Faso oder Saudi Arabien. Es hört nicht auf. (Max, Lehrer für Geographie und Volkswirtschaft , Jahrgang 1949)

 

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