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Porträt als Verhandlung III: Würdest Du das so sagen, Naomi Lareine?

von Franz Beidler Franz Beidler (*1984) studiert Kulturpublizistik an der Zürcher Hochschule der Künste. Davor studierte er Jazzkomposition an der Hochschule der Künste Bern. Daneben studiert er in Echtzeit am Leben und berichtet gelegentlich davon, mal in Klängen, momentan aber meist in Worten, nämlich im Stadtanzeiger Olten, wo er als Redakteur arbeitet. gepostet am 26. August 2020

Einen Menschen zu porträtieren, bedeutet immer auch, eine Darstellung auszuhandeln. Im Gespräch überarbeiten die Zürcher Musikerin Naomi Lareine und ihr Porträtist Franz Beidler ein fiktives Interview, das ihnen als Verhandlungsgrundlage dient.

«Meinen richtigen Namen will ich nicht verwenden, weil das halt mein Familienname ist und meine Familie hat nichts mit der Musik zu tun.»

«Eigentlich ist Stolz nicht unbedingt eine positive Eigenschaft, je nach dem.»

«Ich bin immer noch Künstlerin und kein Model.»

«Irgendwann einmal sieht man das wahre Gesicht.»

«Homosexualität ist ein aktuelles Thema»

«Ich lebe in einer zurückgebliebenen Welt.»

«Ich bin lesbisch lesbisch, nicht bisexuell.»

«Wenn ich es nur für Instagram mache, für den Gram, damit ich dann Geld verdiene, dann ist es fake.»

«Können und Wollen sind zwei verschiedene Sachen für mich.»

«Meine mauretanischen und senegalesischen Wurzeln sind ja öffentlich, sonst hättest es du ja nicht gewusst.»

«Ich bin bereit, in Mundart zu singen.»

«Ich bin nicht Alicia Keys Nummer Zwei.»

«Die, die unterdrückt werden, sollen eine Stimme haben und ihre Geschichte erzählen.»

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