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Porträt als Verhandlung II: Würdest Du das so sagen, Ta’Shan?

von Franz Beidler Franz Beidler (*1984) studiert Kulturpublizistik an der Zürcher Hochschule der Künste. Davor studierte er Jazzkomposition an der Hochschule der Künste Bern. Daneben studiert er in Echtzeit am Leben und berichtet gelegentlich davon, mal in Klängen, momentan aber meist in Worten, nämlich im Stadtanzeiger Olten, wo er als Redakteur arbeitet. gepostet am 22. August 2020

Einen Menschen zu porträtieren, bedeutet immer auch, eine Darstellung auszuhandeln. Im Gespräch überarbeiten die Berner Musikerin Ta’Shan und ihr Porträtist Franz Beidler ein fiktives Interview, das ihnen als Verhandlungsgrundlage dient.

«Als Kind schrieb ich als Nachname mal Venkatesh und mal Vaterlaus.»

«Wir suchten Namen als Hashtags für Instagram und dann entstand ‘Bombay Mami’.»

«Alles, was in diese Brand hineingeht, ist so persönlich, das bin so ich.»

«Ich bin der Meinung, es soll sich alles vermischen.»

«Für mich ist es spannender, meine indische Seite zu präsentieren, als die schweizerische.»

«Wir sagten immer ‘Bombay’, nie ‘Mumbai’.»

«Sie ist schön, für eine Kurvige. So wie: Sie ist schön, für eine Schwarze.»

«Wenn ich das anziehen will, dann ziehe ich das an. Das ist halt meine Einstellung.»

«Meine Welt ist sehr visuell. Das geht Hand in Hand mit meiner Musik.»

«Immer wieder der Werdegang. Ich kann ihn im Schlaf erzählen.»

«Wenn ich lese Fuck 'Monday', dann denke ich, du machst was falsch in deinem Leben.»

«Sex sells. Of course. Das ist natürlich auch ein Thema.»

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