Hochsitz

Porträt als Verhandlung I: Würdest Du das so sagen, Murphy?

von Franz Beidler Franz Beidler (*1984) studiert Kulturpublizistik an der Zürcher Hochschule der Künste. Davor studierte er Jazzkomposition an der Hochschule der Künste Bern. Daneben studiert er in Echtzeit am Leben und berichtet gelegentlich davon, mal in Klängen, momentan aber meist in Worten, nämlich im Stadtanzeiger Olten, wo er als Redakteur arbeitet. gepostet am 18. August 2020

Einen Menschen zu porträtieren, bedeutet immer auch, eine Darstellung auszuhandeln. Im Gespräch überarbeiten der Berner Musiker Murphy und sein Porträtist Franz Beidler ein fiktives Interview, das ihnen als Verhandlungsgrundlage dient.

«Ich spreche mein eigenes Berndeutsch. Früher nannte ich es ‘Slanglisch’. Mix auf mix.»

«Ich bin Berner, safe.»

«50 Cent, Big Fan. Seine Attitude habe ich angenommen.»

«Ich will meinen Namen weitergeben und den meines Vaters. Das muss so weitergehen.»

«Man muss selbstsicher sein, dann geht das schon.»

«Ich bin hier, ich lebe hier. Ich gehe auch nicht weg.»

«Am liebsten würde ich Musik und Kleider für Alle machen.»

«Jeder soll Geld machen, wie er will.»

«Der grösste Feind des Ausländers, ist der Ausländer selber.»

«Hip Hop ist eine Kultur von Unterdrückten.»

«Ich wollte bewirken, dass wir nicht einfach die Ausländer von der Strasse sind.»

«Sprich mich so an, wie ich Dir sage, wie ich bin.»

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