Im Welttheater

Lokale Verwurzelung und globale Ausrichtung, Repräsentationen des Fremden und der Blick des heimischen Publikums, die Magie der Bühne und die Logik des Spektakels: Die vorliegende Zollfreilager-Spezialausgabe befasst sich mit Fragen des Aufführens und Vorführens in einer globalen Welt und nimmt dabei auch Geschichte und Gegenwart des Zürcher Theater Spektakels in den Blick. Beitragende sind Studierende und Dozierende des Master Kulturpublizistik, Stimmen aus der Theaterwissenschaft und postkolonialen Theorie sowie Gäste des Theater Spektakels. "Im Welttheater" ist eine Zusammenarbeit mit dem Theater Spektakel. Die Spezialausgabe wird konzeptionell und redaktionell verantwortet von Eva Mackensen und den Kulturpublizistik-Studierenden Joana Schertenleib und Eva Wittwer. Zum erweiterten Redaktionsteam gehören Studierende, Dozierende und Ehemalige des Master Kulturpublizistik.

Lokale Verwurzelung und globale Ausrichtung, Repräsentationen des Fremden und der Blick des heimischen Publikums, die Magie der Bühne und die Logik des Spektakels: Die vorliegende Zollfreilager-Spezialausgabe befasst sich mit Fragen des Aufführens und Vorführens in einer globalen Welt und nimmt dabei auch Geschichte und Gegenwart des Zürcher Theater Spektakels in den Blick. Beitragende sind Studierende und Dozierende des Master Kulturpublizistik, Stimmen aus der Theaterwissenschaft und postkolonialen Theorie sowie Gäste des Theater Spektakels. "Im Welttheater" ist eine Zusammenarbeit mit dem Theater Spektakel. Die Spezialausgabe wird konzeptionell und redaktionell verantwortet von Eva Mackensen und den Kulturpublizistik-Studierenden Joana Schertenleib und Eva Wittwer. Zum erweiterten Redaktionsteam gehören Studierende, Dozierende und Ehemalige des Master Kulturpublizistik.

Repräsentationen

Nach dem Spektakel ist vor dem Spektakel

von Dominik Wolfinger gepostet am 04. September 2018

Es ist vorbei! Was wir in der gut geschützten Festival-Bubble als Stoff vorgesetzt bekamen (und durch regen Zuspruch entgegennahmen) waren (auch) Kriege, Konflikte, soziale Abgründe und Weltenbrände. So schafften wir das, auch dieses Jahr: Heile Welt auf der Landiwiese, dunkle Erinnerungen an die brennende Gegenwart in den Zelten, dann im pünktlich bereitstehenden Bus nach Hause fahren. Ja, so ein Spektakel tut gut. Und was nun, wenn es vorbei ist? Was macht die Filterbubble, die sich im Theater an Mitleid und Furcht labte, dem die vorgeführte Welt kurz im Hals stecken blieb, und die nun wieder in den Alltag entlassen wird? Während sich ein Teil wieder Zuhause verkriecht und dem Netflix-Spektakel widmet, nimmt ein anderer die Bühnen-Schocks als Anlass zum Nachdenken über das eigene Leben, in dem man es besser machen wird. Und dann gibt es noch diejenigen, die sich angespornt fühlen, selber mal Teil des Geschehens und, wer weiss, sogar berühmt zu werden. Für den pausbäckigen Theaternachwuchs (zu dem auch ich gehöre) ist das Speki eine gute Möglichkeit, durch das Zerreissen von Karten für einen Stundenlohn wieder ein Schrittlein näher an die Grössen des Theaters zu kommen und, wer weiss, dereinst selbst Theaterkunst zu kreieren (das ist gut für die Kreatitvwirtschaft). So entwirft jeder seine Welt und Zukunft. Klar ist: Es muss schon brennen, damit die kritische Kunst und ihr Publikum etwas zu verdauen hat. Auch wenn so viele junge, engagierte Theaterschaffende davon träumen, selbst mal die Landiwiese zu bespielen, so endet jeder Traum im schweissgebadeten Erwachen. Wir können uns über nichts mehr sicher sein, über Drei Dinge aber schon: Auch nächstes Jahr wird uns das Theaterspektakel mit flotten Stücken unterhalten, der Nachwuchs wird sich um das Zerreissen der Tickets kümmern, und die Welt wird in Flammen stehen. Wir sehen uns beim Anstehen.

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